Sauerkraut selber machen im Glas - einfach fermentieren

25. Juni 2026

Hände pressen Kohl für ein einfaches Sauerkraut Rezept in ein Glas.

Inhaltsverzeichnis

Ein gutes Sauerkraut-Rezept beginnt nicht im Topf, sondern mit knackigem Weißkohl, der durch Salz und Zeit seinen typischen Geschmack entwickelt. Ich zeige dir, wie du Sauerkraut im Glas sicher fermentierst, welche Salzmenge zuverlässig funktioniert und wie daraus eine aromatische Beilage zu Kartoffeln, Würsten oder vegetarischen Gerichten wird.

Mit diesen Grundregeln gelingt aromatisches Sauerkraut

  • 20 g Salz pro 1 kg fein geschnittenem Kohl sorgen für eine stabile Fermentation.
  • Der Kohl muss während der gesamten Gärung vollständig unter der Lake bleiben.
  • Bei 18 bis 22 °C startet die Gärung meist innerhalb von 3 bis 5 Tagen.
  • Für milderes Kraut reichen oft 1 bis 2 Wochen, kräftiger Geschmack entsteht nach längerer Reife.
  • Beim Kochen passen Apfel, Zwiebel, Kümmel und Wacholder besonders gut zusammen.

Mein Grundrezept für Sauerkraut im Glas

Für den Anfang empfehle ich ein einfaches Sauerkraut-Rezept mit 1 kg Weißkohl. Es ergibt ungefähr ein großes Einmachglas und lässt sich leicht beobachten. Spitzkohl funktioniert ebenfalls, wird aber meist etwas zarter und milder.

Zutaten für etwa 4 bis 6 Portionen

  • 1 kg Weißkohl ohne Strunk
  • 20 g reines Salz ohne Zusätze
  • 1 TL Kümmel
  • 4 bis 6 Wacholderbeeren, leicht angedrückt
  • 1 Lorbeerblatt

Du brauchst außerdem ein sauberes 1-Liter-Glas, ein Fermentiergewicht und eine große Schüssel. Ein Fermentiergewicht hält den Kohl unter der Lake und verhindert, dass einzelne Streifen an die Oberfläche treiben.

Zubereitung Schritt für Schritt

  1. Äußere Kohlblätter entfernen, den Kohl vierteln und den Strunk herausschneiden. Ein schönes großes Blatt beiseitelegen.
  2. Den Kohl fein hobeln oder in schmale Streifen schneiden und danach wiegen. Die Salzmenge richtet sich immer nach dem tatsächlichen Kohlgewicht.
  3. Salz und Gewürze zum Kohl geben. Alles mit sauberen Händen 5 bis 10 Minuten kräftig kneten, bis reichlich Flüssigkeit austritt.
  4. Den Kohl portionsweise in das saubere Glas geben und jede Lage fest andrücken. Dabei sollten möglichst keine großen Lufträume bleiben.
  5. Das zurückgelegte Kohlblatt obenauflegen, mit dem Gewicht beschweren und prüfen, ob die Lake den Kohl vollständig bedeckt.
  6. Das Glas nicht bis zum Rand füllen, sondern 3 bis 5 cm Platz lassen. Während der Gärung können Flüssigkeit und Gase austreten.

Falls die eigene Lake nicht ausreicht, verrühre ich 10 g Salz mit 250 ml abgekochtem, abgekühltem Wasser und gebe nur so viel davon ins Glas, bis der Kohl bedeckt ist. Leitungswasser ist in Deutschland normalerweise geeignet, solange es sauber und geschmacksneutral ist.

So steuerst du Zeit, Temperatur und Säure

Das Glas bleibt zunächst bei Zimmertemperatur stehen. Ideal sind 18 bis 22 °C. Nach einigen Tagen zeigen kleine Bläschen, ein leicht säuerlicher Duft und eine trübe Lake, dass die Milchsäuregärung arbeitet.

Phase Temperatur Was passiert
Start 18 bis 22 °C Die Gärung beginnt, erste Bläschen entstehen.
Erste Reife 18 bis 22 °C Das Kraut wird saurer und weicher, meist nach 3 bis 5 Tagen.
Langsame Reife 2 bis 8 °C Der Geschmack wird runder und die Fermentation verlangsamt sich.

Nach etwa 5 bis 7 Tagen kannst du vorsichtig probieren. Ich stelle das Glas gern in den Kühlschrank, sobald die gewünschte Säure erreicht ist. Für ein kräftigeres Aroma darf es noch 1 bis 3 Wochen kühl nachreifen.

Bei einem Schraubglas solltest du den Deckel gelegentlich kurz lockern, damit sich kein Überdruck bildet. Noch bequemer sind spezielle Fermentierdeckel mit Gärventil. Wichtig bleibt unabhängig vom Gefäß, dass das Gemüse stets unter der Lake liegt.

Aus fermentiertem Kohl wird eine klassische Beilage

Rohes Sauerkraut schmeckt frisch, knackig und deutlich säuerlicher als die gekochte Variante. Für eine warme Beilage rechne ich mit 700 bis 800 g Sauerkraut für vier Personen.

Zutaten für die warme Zubereitung

  • 700 bis 800 g Sauerkraut
  • 1 Zwiebel
  • 1 säuerlicher Apfel
  • 1 EL Butter, Schmalz oder Pflanzenöl
  • 150 ml Gemüsebrühe oder naturtrüber Apfelsaft
  • 1 TL Kümmel
  • 1 Lorbeerblatt und 2 Wacholderbeeren
  • Pfeffer nach Geschmack

Die Zwiebel würfeln und im Fett glasig braten. Den Apfel klein schneiden, kurz mitbraten und das Kraut dazugeben. Mit Brühe oder Apfelsaft auffüllen und alles bei kleiner Hitze 20 bis 30 Minuten schmoren lassen.

Wenn du sehr weiches Kraut bevorzugst, verlängerst du die Garzeit auf 45 Minuten. Ich spüle Sauerkraut nur dann kurz ab, wenn es ungewöhnlich salzig oder sauer ist, denn beim Waschen geht auch viel Aroma verloren.

Durch längeres Erhitzen gehen hitzeempfindliche Bestandteile und lebende Milchsäurebakterien teilweise verloren. Für den typischen Beilagengeschmack ist das Schmoren trotzdem genau richtig. Wer beides möchte, serviert einen kleinen Teil roh und den Rest warm.

Diese Varianten bringen Abwechslung auf den Teller

Die Grundmischung aus Salz, Kümmel und Wacholder ist für mich der beste Ausgangspunkt. Danach kannst du das Kraut an das Hauptgericht anpassen, ohne den ursprünglichen Charakter zu verlieren.

Variante Zusätzliche Zutaten Passt besonders gut zu
Apfel-Zwiebel-Kraut Apfel, Zwiebel, Apfelsaft Bratwürsten und Kartoffelpüree
Alpenländische Art Kümmel, Wacholder, etwas Speck Schweinebraten und Semmelknödeln
Vegetarisch kräftig Räuchertofu, Zwiebel, Gemüsebrühe Rösti oder Kartoffeln
Mild und cremig Apfel, Sahne oder Schmand Schupfnudeln und gebratenem Gemüse

Bei einer vegetarischen Version ersetzt Räuchertofu den Speck nicht nur optisch, sondern bringt auch eine angenehme herzhafte Note. Für eine vegane Beilage eignen sich Öl und Gemüsebrühe problemlos.

Die häufigsten Fehler bei der Fermentation

Zu wenig Flüssigkeit

Manchmal gibt der Kohl nicht genug Saft ab, etwa wenn er sehr trocken gelagert wurde. Dann hilft eine kleine Menge zweiprozentige Salzlake. Einfach zusätzliches Wasser ohne Salz einzufüllen, würde das Mischungsverhältnis verdünnen.

Kohl schwimmt oben

Schon einzelne Streifen an der Oberfläche können unerwünschte Veränderungen begünstigen. Drücke den Kohl erneut nach unten und beschwere ihn mit einem sauberen Gewicht. Zwischen Lake und Deckel sollte weiterhin etwas Platz bleiben.

Unangenehmer Geruch oder Schimmel

Ein säuerlicher, würziger Geruch ist normal. Riecht das Kraut jedoch faulig, stark muffig oder zeigt es deutlichen Schimmel, solltest du es nicht mehr probieren und vollständig entsorgen. Bei Unsicherheit gehe ich kein Risiko ein.

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Das Kraut schmeckt zu salzig

Das Salz schmeckt am Anfang oft deutlich stärker. Beim Reifen wird der Eindruck milder. Für die warme Zubereitung kannst du das Kraut kurz abtropfen lassen oder mit ungesalzener Brühe und einem Apfel ausgleichen.

Vom ersten Glas zur eigenen Vorratsroutine

Für den Einstieg ist ein 1-Liter-Glas ideal, weil du den Gärverlauf gut kontrollieren kannst. Größere Mengen lohnen sich, wenn du regelmäßig Sauerkraut isst, brauchen aber ein passendes Gärgefäß und mehr Aufmerksamkeit beim Beschweren.

Beschrifte jedes Glas mit Datum und Salzmenge. So erkennst du später, welche Reifezeit dir am besten gefällt. Mein persönlicher Favorit ist ein eher knackiges Kraut, das rund zwei Wochen kühl nachgereift ist und erst beim Servieren mit Apfel und Zwiebel erwärmt wird.

So bleibt das Rezept flexibel: Du kannst das Kraut roh genießen, klassisch schmoren oder als kräftige Ergänzung zu Kartoffeln, Knödeln und vegetarischen Pfannengerichten einsetzen.

Häufig gestellte Fragen

Für 1 kg fein geschnittenen Kohl verwendest du 20 g reines Salz ohne Zusätze. Knete Kohl, Salz und Gewürze 5 bis 10 Minuten, bis genügend Flüssigkeit austritt.

Ideal sind 18 bis 22 °C. Erste Bläschen entstehen meist nach 3 bis 5 Tagen. Nach 5 bis 7 Tagen kannst du probieren und das Glas bei gewünschter Säure in den Kühlschrank stellen, wo es noch 1 bis 3 Wochen nachreifen kann.

Drücke den Kohl erneut nach unten und beschwere ihn mit einem sauberen Fermentiergewicht. Reicht die eigene Lake nicht aus, gib portionsweise eine zweiprozentige Salzlake aus 10 g Salz und 250 ml abgekochtem, abgekühltem Wasser hinzu.

Ein säuerlicher, würziger Geruch und eine trübe Lake sind normal. Riecht das Kraut faulig oder stark muffig oder zeigt es deutlichen Schimmel, solltest du es nicht probieren, sondern vollständig entsorgen.

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Gunda Sauter

Gunda Sauter

Mein Name ist Gunda Sauter und seit 13 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Alpenländische Küche, Feste und Wohndesign. Diese Leidenschaft hat sich aus meiner tiefen Verbundenheit mit bayerischer Tradition und einem Auge für Ästhetik entwickelt. Ich liebe es, die Vielfalt und den Reichtum unserer heimischen Küche zu erkunden und zu vermitteln, sei es durch traditionelle Rezepte oder moderne Interpretationen. Ebenso faszinieren mich die Bräuche und Feste, die das Jahr über gefeiert werden, und wie sie unser Leben bereichern. Auch das Thema Wohndesign, das sich harmonisch in diese alpine Welt einfügt, liegt mir sehr am Herzen. Bei meiner Arbeit lege ich großen Wert darauf, Informationen sorgfältig zu recherchieren und verständlich aufzubereiten, damit Sie stets nützliche und verlässliche Einblicke erhalten.

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